Stil-Pale-Ale

Ale/Pale Ale

Der Begriff „Ale“ wird in Deutschland gern mit Bier gleichgestellt, was aber vollkommen falsch ist. Ale ist in Wirklichkeit eine der beiden Unterkategorien, in welche sich Bier einteilen lässt. Demnach dürfen sich alle Biere, die obergärig vergoren sind, als Ale betiteln. Neben dem Pale Ale zählt das Indian Pale Ale zu den Bekanntesten ihrer Art.

Das vorwiegend mit hellem Malz gebraute Pale Ale ist ein helles Ale. Seinen Namen bezieht es aus dem für hell stehenden englischen Wort pale. Das stärker gehopfte Pale Ale wird allgemein als Indian Pale Ale bezeichnet. Seinen Ursprung verdankt das Indian Pale Ale der konservierenden Wirkung des Hopfens. So konnte das Ale für die lange Schifffahrt von England nach Indien haltbarer gemacht werden.

Neben dem Ale werden bestimmte Biere in die Lager-Kategorie eingeordnet. Diese umfasst alle untergärigen Biere. Dabei verbietet es sich, Aroma und Aussehen der beiden Kategorien miteinander zu vergleichen. Denn die unterschiedlichsten Bierstile lassen sich sowohl dem Ale als auch den Lagerbieren zuordnen. Zum Beispiel ist das Pale Ale oder das Indian Pale Ale sehr hopfenbetont. Porter oder Stout besitzen ein stark malzbetontes Aroma und weisen grundsätzlich geringere Hopfennoten auf. Trotzdem sind beide obergärige Biere und gehören damit zu den Ales.

Ober- und untergärige Hefe unabhängig voneinander betrachtet, führen zu der Feststellung, dass obergärige Hefe bei der Gärung mehr Nebenprodukte erzeugt als untergärige Hefe. Grund dafür sind die verschiedenen Arbeitstemperaturen der Hefestämme. Untergärige Hefe mag es lieber etwas kühler und arbeitet bei ungefähr 5–9 Grad Celsius. Deutlich höhere Temperaturen bevorzugt obergärige Hefe, sie wird bei Temperaturen zwischen 15 und 27 Grad Celsius tätig.

Die schon erwähnten Gärungsnebenprodukte sind für das komplexere Aroma verantwortlich. Beim Vergleich zweier ähnlich gebrauter Biere, wie zum Beispiel einem Pale Ale und einem gehopften Pils, zeigt sich, das Pilsner weist ein klarer definiertes Aroma auf.

Wissenswertes über die Ale-Familie

Historisch gesehen existiert das Pale Ale etwas länger als das Indian Pale Ale und wurde erstmals gegen Ende des 18. Jahrhunderts in England gebraut. Damit das Bier während der langen Seereise zu den englischen Kolonien in Indien nicht verdirbt, wurde es notwendig, ein haltbareres Bier zu entwickeln. Das Indian Ale Pale war geboren.

Aus diesem Grund unterscheiden sich Pale Ale und Indian Pale Ale grundsätzlich voneinander. Da das Pale Ale weniger stark gehopft ist, verfügt es über ein leichteres Hopfenaroma. Im Vergleich zum Indian Pale Ale macht sich dies in Geruch und Geschmack bemerkbar. Es gibt zum Beispiel Pale Ales, die nicht kaltgehopft werden. Ausnahmen sind bei den moderneren American Pale Ales zu finden, welche aus riesigen Hopfenmengen gebraut werden. Diese verzichten so gut wie nie auf die sogenannte Kalthopfung. Am deutlichsten unterscheiden sich Pale Ale und Indian Pale Ale ebenfalls aufgrund der geringeren Hopfung in der bitteren Note im Geschmack.

Deshalb wird Indian Pale Ale von unerfahrenen Biertrinkern oft als zu bitter wahrgenommen. Für die noch ungeübten Geschmacksknospen sind daher Pale Ale Biere besser geeignet und gelten als der ideale Einstieg in die Welt des Craftbeers.

Zusammenspiel von Hopfen und Malz beim Pale Ale

Bei einem Pale Ale ist das Verhältnis zwischen Hopfen und Malz maßvoll ausbalanciert. Der Gehalt der Stammwürze ist im Durchschnitt geringer als beim Indian Pale Ale. Dies hat zur Ursache, dass ein Pale Ale einen niedrigeren Gehalt an Alkohol aufweist. Während der Alkoholgehalt des Pale Ale bei 3,7 bis 6,3 Prozent liegt, erreicht das Indian Pale Ale 4,6 bis 7,8 Prozent. Wie bereits erwähnt, hat Pale Ale durch die geringere Hopfung und dem niedrigeren Alkoholgehalt einen weniger bitteren Geschmack. Da während der Herstellung des Pale Ales nicht so stark geröstetes Malz verwendet wird, sind Indian Pale Ales intensiver und vollmundiger.

Farblich ordnet sich das herkömmliche Pale Ale Malz zwischen Pilsner und Wiener Malz ein. Auf den Einsatz von Karamellmalz wird häufig verzichtet. Im Allgemeinen ist damit die Färbung des Bieres beim Indian Ale Pale intensiver.

Ausbruch aus der Craft-Bier-Welt

Mittlerweile sind auch die Großbrauereien dahintergekommen, dass Pale Ale durchaus tauglich für die Massen ist und auch den ungeübten Biertrinker überzeugen kann. Als Beispiel sei das Pale Ale von Becks genannt. Selbst wenn dieses Bier von Craftbeer-Anhängern nicht ernst genommen wird, zeigt es dennoch, wie wichtig es den großen Braukonzernen ist, in diesem Bereich nicht den Anschluss zu verlieren.


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